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White Horse Theatre

Englische Schauspielprofis brillierten in vielen Rollen

Am Mittwoch, 18. Mai, gastierte wieder einmal die White Horse Company an der St.-Ludgeri-Realschule. Die vierköpfige, professionelle Schauspielgruppe des deutschlandweit bekannten englischen Tourneetheaters zeigte im Forum drei Aufführungen mit verschiedenen sprachlichen Schwierigkeitsstufen. Nach anstrengendem Bühnenaufbau, wobei einige mithelfende Schüler schon eine Stunde vor Schulbeginn in Englisch gefordert waren, brachte das aus unterschiedlichen Regionen Englands stammende, professionelle Quartett drei niveauvolle und perfekt inszenierte Stücke auf die Bühne.

Restlos begeistert waren die Fünft- und Sechstklässler von der „performance“ des Stückes "Fear in the Forest", in dessen Mittelpunkt das Mädchen Josie steht, das sich mit ihren Roller in einem gruseligen Wald verirrt hat. Auf der Suche nach einem Unterschlupf in einem Hotel mitten im Wald trifft sie auf einige unheimliche Gestalten, mit denen sie vieles durchlebt. Hier boten die Schauspieler all ihre Fähigkeiten auf und schafften es, auch die jüngsten Schüler für die englische Sprache zu begeistern und mitfiebern zu lassen.

Konzentiert zuhören mussten die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufenklassen, um beim sprachlich wesentlich anspruchsvolleren Musical Lip Gloss alles verstehen zu können, das die immer noch bestehende Kluft zwischen der englischen Arbeiterklasse und der Oberschicht zum Inhalt hatte. Dieser Graben wird von den Töchtern zweier gegensätzlicher Familien, die als Mädchenband 'Lip Gloss' internationale Erfolge feiern, letztendlich überbrückt, wogegen deren Eltern sich immer noch mit Misstrauen und Anfeindungen gegenüberstehen. Mit viel Komik, Spielwitz sowie live gesungenen Hits und gekonnten „fortnite moves“ zogen sie das Publikum in ihren Bann.

Ernster und nachdenklicher ging es in „Move to Junk“, dem letzten Stück des Vormittags für die 9er und 10er zu, das sich mit dem nach wie vor hochaktuellen und brisanten Thema Cybermobbing befasste. Dort dreht sich alles um Amanda, die neu an der Schule ist und „anders“ zu sein scheint. Ihr Hauptinteresse gilt dem Fußball. Dagegen kann sie mit Make-up und Klamotten wenig anfangen. Außerdem spricht sie einen merkwürdigen Akzent. Die Jungen ihrer Klasse mögen sie nicht, weil sie besser Fußball spielt als sie. Die Mädchen lehnen sie ab, da sie andere Freizeitbeschäftigungen bevorzugen. Sie wird in vielfacher Weise gemobbt und die Katastrophe nimmt schließlich ihren Lauf, als plötzlich im Internet eine Fotomontage kursiert, die Amandas Kopf auf einem nackten Frauenkörper zeigt.

Nach jeder Vorstellung konnten die Schüler die Akteure mit ihren Fragen löchern und interessante Dinge aus ihrem privaten oder beruflichen Leben erfahren. Vor allem die jüngeren Schüler zeigten keine Scheu vor der Fremdsprache und fragten munter darauf los. Da wollte auch Schulleiter Jens Lüken nicht zurück stehen und bedankte sich am Ende ebenfalls in fließendem Englisch unter großem Beifall des Publikums bei den sympathischen Akteuren mit Präsenten.

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Englisches Tournee-Theater begeisterte Realschüler

Im Forum ging es um Piraten, Fantasten und Ecstasy-Konsum

Löningen(ro) Ein anstrengendes Vormittagsprogramm bewältigte die junge Schauspielgruppe der White Horse Theatre Company bei ihrem Gastspiel im Löninger Forum, bei dem alle Schülerinnen und Schüler der St.-Ludgeri-Realschule einmal mehr die Chance bekamen, ihre erworbenen Englischkenntnisse beim Verfolgen des Bühnengeschehens zu testen und zu erweitern.

Nach anstrengendem Bühnenaufbau, wobei einige mithelfende Schüler schon eine Stunde vor Schulbeginn in Englisch gefordert waren, brachte das aus unterschiedlichen Regionen Großbritanniens stammende, professionelle Quartett, das erst im Spätsommer über ein Casting in London zusammenfand, drei niveauvolle und perfekt inszenierte Stücke auf die Bühne. Dabei schlüpften die Akteure in viele verschiedene Rollen und bezogen auch die Zuschauer immer wieder in ihr Spiel mit ein. Die einzelnen Vorstellungen waren inhaltlich und sprachlich auf die jeweilige Schülergruppe abgestimmt, und wo der Wortschatz fehlte, ersetzten vielsagende Mimik und Gestik oder auch zahlreich eingesetzte Utensilien das Verständnis.

Die Fünft- und Sechstklässler sahen das Stück „The Tiger of the Seas“. In der amüsanten Piratengeschichte nahmen die Schauspieler die Schüler mit auf Abenteuertour. Auch manch Leichtmatrose aus dem Publikum sollte angeheuert werden, um mit Kapitän Black Nick Sharkmuck auf Kaperfahrt zu gehen. Zum Gaudi der Schüler wurde mit Nina Wichmann auch eine Englischlehrerin auf die Bühne gezerrt, um sich dort ihrer Ausraubung zu erwehren. Dass die Aufführung richtig gut ankam, zeigte auch der Eifer, mit dem die Kids versuchten, die Truppe auf der Bühne durch die verlangten Wind- und Wassergeräusche zu unterstützen.

Mit „Future Perfect“ traf die Theatergruppe als nächstes voll den Nerv des begeistert mitgehenden Mittelstufenpublikums. Die lustige Parodie auf gesellschaftlich etablierte Karrierevorstellungen beschreibt die einzelnen Stationen des kometenhaften Aufstiegs des anfangs wenig intelligent wirkenden Schülers Jimmy Doramus, der es, inspiriert durch TV-Sendungen und Comics, vom faulen, ewig unpünktlichen und folgerichtig arbeitslosen Loser zum reichen, weltberühmten Popstar und Schwarm aller Frauen bringt – das alles ereignet sich jedoch nur in seiner Fantasiewelt und stellt ironisch die Werte in Frage, an denen sich Jugendliche orientieren sollen.

Um Drogen ging es schließlich in dem besinnlichen Stück für die Realschüler der neunten und zehnten Klassen. In „Brain-Catch-Fire“ will sich der rebellierende Protagonist Sydney von seinem Mittelklasse-Elternhaus und aus seiner schulischen Außenseiterrolle lösen. Aufgeputscht durch Zigaretten, Alkohol und schließlich Ecstasy und Ausflüge ins Nachtleben erhofft er sich Anerkennung und Popularität bei seinen Mitschülern. Das aufmerksam zuhörenden Jugendlichen sah mit an, wie hier ein eben noch normales Leben durch gefährliche Experimente völlig aus den Fugen geriet. So endet das Spiel auch nicht im erhofften Partyhimmel sondern in der Notaufnahme.

Nach jeder Vorstellung konnten die Schüler die Akteure mit ihren Fragen löchern und interessante Dinge aus ihrem privaten oder beruflichem Leben erfahren. Angesichts der tollen Resonanz lud Konrektorin Kerstin Lemke die Truppe bei ihrer Verabschiedung fürs nächste Jahr gleich wieder ein.

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Mit “The Tiger oft he Seas”, einer aktionsgeladenen Piratengeschichte, zogen die Akteure der White Horse Company die jüngsten Schüler der Realschule in ihren Bann.

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Theater zum Mitmachen: Bevor er sich versah, fand sich Moritz aus der 8a auf der Bühne im Rampenlicht der „Future-Perfect“-Show wieder, die jugendliche Karriereträume parodierte.

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Interaktionen: Auf der Suche nach einem „Leichtmatrosen“ mischte sich der Schrecken verbreitende Black Nick Sharkmack unters Publikum, eine Glanzrolle für Schauspieler Mack Newton aus London.