Home Leben und LernenUmweltFrankreichaustausch

Fahrt nach Cherbourg

Fahrt nach Cherbourg / Frankreich

Vorbereitung und Programm

17 Schüler/innen aus dem Profil Französisch der Klassen 9 und 10 besuchten in der Zeit vom 19. bis 28. September die Partnerschule der Realschule im nordfranzösischen Cherbourg. Frau Lührmann und Frau Zurborg begleiteten die Schülergruppe auf der noch von Frau Neteler organisierten Fahrt und führten mit ihnen das folgende, reichlich gefüllte Austauschprogramm wie geplant durch.

Schülerberichte / Eindrücke

„In Frankreich haben wir durch viele Aktionen und Ausflüge allerhand über Cherbourg und seine Umgebung erfahren. Positive Rückmeldungen gab es vor allem über den Besuch des sité de la mer und der unbewohnten Insel Tathiou. Zudem wurden der amerikanische und der deutsche Soldatenfriedhof besichtigt, wobei wir – auch durch den Besuch der Montagne de Roule, einem alten Bunker der deutsches Wehrmacht - viel über die Geschichte des 2. Weltkrieges in der Normandie erfahren haben.“

„Ein besonderes Erlebnis war für mich die gemeinsame Fahrt mit unseren Austauschpartnern nach Saint-Vaast, um dort die Austernaufzucht zu besichtigen. Zuerst sind wir ans Meer gefahren, wo uns gezeigt wurde, wie die Austern gezüchtet werden. Nach der interessanten Führung sind wir selbst zu einem Austernzuchtzentrum gefahren. Dort wurde uns erklärt, dass man kleine Austern nicht mehr wie früher auf Stroh im Meer großzieht, sondern nur noch auf Tischen, da man dadurch weniger Verluste macht. Kleine Austern werden an der Küste gekauft, da sie eine Wassertemperatur von 27 Grad brauchen, um zu überleben. Sind die Austern ausgewachsen und „erntebereit“, werden sie von den Tischen heruntergeholt, gesäubert, nach Größe sortiert und verkaufsfertig verpackt. Je größer eine Auster ist, desto mehr kostet sie natürlich.“

„Wenn man in Frankreich ankommt, fällt direkt auf, dass sich die Franzosen anders begrüßen. Während wir Deutschen uns meistens die Hand geben, winken oder einfach nur „ Hallo“, „Guten Tag“ oder“ Hey“ sagen, gibt man sich dort ein Küsschen – rechts und links.“ 

„Das Schulsystem besteht in Frankreich aus der Vorschule für Kinder ab 3 Jahren, es folgen die Grundschule und die Gesamtschule (collège), die von allen Schülern besucht wird. Danach besuchen die meisten noch das Gymnasium (Lycée), daher haben dort auch mehr Schüler/innen das Abitur. Mein Eindruck von dem besuchten Unterricht war, dass die Lehrer dort strenger sind als bei uns. Allerdings machten sich die Schüler nicht viel daraus und unterhielten sich trotzdem während des Unterrichts. Ich kann dies aber nur auf die zwei gesehenen Stunden beziehen. Die Pausen fand ich sehr chaotisch. Es schien so, als ob sich die Kinder in den Pausen austoben mussten, da sie bis 17 Uhr Schule haben und deshalb vielleicht nicht so viel Bewegung haben.“

„Während unseres Aufenthaltes wohnten wir in Gastfamilien, wo wir zu unser aller Freude unser Französisch praktisch anwenden und verbessern konnten. Die Familien waren sehr nett und die meisten zeigten sich sehr fürsorglich. Allerdings gab es auch Fälle, wo man weniger Zeit hatte, sich um unsere Schüler zu kümmern. Zum Abendessen gab es in der Regel warme Speisen und meistens auch noch Wein dazu. Chips werden dagegen nicht abends auf dem Sofa gegessen wie bei uns, sondern morgens zum Frühstück oder mittags als Nachtisch. Auffällig war, dass es eigentlich immer Käse gab, und das in allen Variationen und natürlich mit Baguette.“

„Ich hatte das Gefühl, dass in Frankreich viel mehr Jugendliche, auch viele Kinder, rauchen, was die Eltern scheinbar akzeptieren und erlauben. Mein Eindruck war auch, dass mehr Alkohol getrunken wird, abends und auch tagsüber, ohne dass es eine Feier gibt.“

„Während des Austausches sind mir noch einige Besonderheiten im Alltag der Franzosen aufgefallen, die für Deutschland nicht gerade typisch sind. Dazu gehört z.B. das Einstippen von Croissants in die Tasse Kakao. Außerdem habe ich bemerkt, dass nur wenige Menschen mit dem Fahrrad fahren, jedenfalls in der Gegend, in der ich gewohnt habe. Ich bin zusammen mit meiner Austauschpartnerin jeden Tag 10 Minuten zu Fuß zur Schule gegangen. Den französischen Schülern, so habe ich beobachtet, wurde nur wenig bis gar nichts zum Essen mit zur Schule gegeben. An einigen Tagen haben wir uns auf dem Schulweg in einer Bourlangerie z.B. einen Donut geholt. Meine Partnerin hatte übrigens zweimal die Woche „Krav Maga“ – Training. Was das ist ? Boxen und Selbstverteidigung.“

„Zu den Auffälligkeiten im Unterschied zu Deutschland gehört für mich die Pünktlichkeit. Die nehmen die Franzosen anscheinend nicht besonders ernst. Man kommt dann halt mal 10 Minuten später als vereinbart . Das gilt auch für die Busfahrpläne. So nach dem Motto: Der Bus kommt eh später oder der wartet schon auf uns …“

Rückblick und Dankeschön

„Rückblickend können wir sagen, die Frankreichfahrt hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Wir haben dort sehr viele neue Sachen kennengelernt und interessante Begegnungen erlebt. Herzlich bedanken möchten wir uns am Ende bei Frau Lührmann und Frau Zurborg für ihre nette Begleitung, denn es ist nicht selbstverständlich, so eine große Verantwortung auf sich zu nehmen und die Fahrt spontan durchzuführen. Im Namen aller Frankreichfahrer/innen, Edda & Mirko.“