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White Horse Theatre

Englisches Tournee-Theater begeisterte Realschüler

Im Forum ging es um Piraten, Fantasten und Ecstasy-Konsum

Löningen(ro) Ein anstrengendes Vormittagsprogramm bewältigte die junge Schauspielgruppe der White Horse Theatre Company bei ihrem Gastspiel im Löninger Forum, bei dem alle Schülerinnen und Schüler der St.-Ludgeri-Realschule einmal mehr die Chance bekamen, ihre erworbenen Englischkenntnisse beim Verfolgen des Bühnengeschehens zu testen und zu erweitern.

Nach anstrengendem Bühnenaufbau, wobei einige mithelfende Schüler schon eine Stunde vor Schulbeginn in Englisch gefordert waren, brachte das aus unterschiedlichen Regionen Großbritanniens stammende, professionelle Quartett, das erst im Spätsommer über ein Casting in London zusammenfand, drei niveauvolle und perfekt inszenierte Stücke auf die Bühne. Dabei schlüpften die Akteure in viele verschiedene Rollen und bezogen auch die Zuschauer immer wieder in ihr Spiel mit ein. Die einzelnen Vorstellungen waren inhaltlich und sprachlich auf die jeweilige Schülergruppe abgestimmt, und wo der Wortschatz fehlte, ersetzten vielsagende Mimik und Gestik oder auch zahlreich eingesetzte Utensilien das Verständnis.

Die Fünft- und Sechstklässler sahen das Stück „The Tiger of the Seas“. In der amüsanten Piratengeschichte nahmen die Schauspieler die Schüler mit auf Abenteuertour. Auch manch Leichtmatrose aus dem Publikum sollte angeheuert werden, um mit Kapitän Black Nick Sharkmuck auf Kaperfahrt zu gehen. Zum Gaudi der Schüler wurde mit Nina Wichmann auch eine Englischlehrerin auf die Bühne gezerrt, um sich dort ihrer Ausraubung zu erwehren. Dass die Aufführung richtig gut ankam, zeigte auch der Eifer, mit dem die Kids versuchten, die Truppe auf der Bühne durch die verlangten Wind- und Wassergeräusche zu unterstützen.

Mit „Future Perfect“ traf die Theatergruppe als nächstes voll den Nerv des begeistert mitgehenden Mittelstufenpublikums. Die lustige Parodie auf gesellschaftlich etablierte Karrierevorstellungen beschreibt die einzelnen Stationen des kometenhaften Aufstiegs des anfangs wenig intelligent wirkenden Schülers Jimmy Doramus, der es, inspiriert durch TV-Sendungen und Comics, vom faulen, ewig unpünktlichen und folgerichtig arbeitslosen Loser zum reichen, weltberühmten Popstar und Schwarm aller Frauen bringt – das alles ereignet sich jedoch nur in seiner Fantasiewelt und stellt ironisch die Werte in Frage, an denen sich Jugendliche orientieren sollen.

Um Drogen ging es schließlich in dem besinnlichen Stück für die Realschüler der neunten und zehnten Klassen. In „Brain-Catch-Fire“ will sich der rebellierende Protagonist Sydney von seinem Mittelklasse-Elternhaus und aus seiner schulischen Außenseiterrolle lösen. Aufgeputscht durch Zigaretten, Alkohol und schließlich Ecstasy und Ausflüge ins Nachtleben erhofft er sich Anerkennung und Popularität bei seinen Mitschülern. Das aufmerksam zuhörenden Jugendlichen sah mit an, wie hier ein eben noch normales Leben durch gefährliche Experimente völlig aus den Fugen geriet. So endet das Spiel auch nicht im erhofften Partyhimmel sondern in der Notaufnahme.

Nach jeder Vorstellung konnten die Schüler die Akteure mit ihren Fragen löchern und interessante Dinge aus ihrem privaten oder beruflichem Leben erfahren. Angesichts der tollen Resonanz lud Konrektorin Kerstin Lemke die Truppe bei ihrer Verabschiedung fürs nächste Jahr gleich wieder ein.

Fotos (ro)

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Mit “The Tiger oft he Seas”, einer aktionsgeladenen Piratengeschichte, zogen die Akteure der White Horse Company die jüngsten Schüler der Realschule in ihren Bann.

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Theater zum Mitmachen: Bevor er sich versah, fand sich Moritz aus der 8a auf der Bühne im Rampenlicht der „Future-Perfect“-Show wieder, die jugendliche Karriereträume parodierte.

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Interaktionen: Auf der Suche nach einem „Leichtmatrosen“ mischte sich der Schrecken verbreitende Black Nick Sharkmack unters Publikum, eine Glanzrolle für Schauspieler Mack Newton aus London.