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Berufspraktikum der 9er

Realschüler genießen Abwechslung im Praktikum

Löningen(ro) 78 Mädchen und Jungen der neunten Klassen der St.-Ludgeri-Realschule verbringen die Zeit vor den Osterferien nicht in ihren gewohnten Klassenräumen sondern an betrieblichen Arbeitsplätzen, um vor Ort mehr über den Beruf ihrer Neigungen zu erfahren und vielleicht auch schon mal die persönliche Eignung und Ausdauer in einem realen Sieben- bis Achtstundentag zu testen.

Die meisten wählten eine Stelle in der Nähe ihres Wohnortes, andere - rund 30 Prozent - zeigten sich weit mobiler und fanden den gewünschten Praktikumsplatz in benachbarten Kreisen und Kommunen. Eine Pferdeliebhaberin verschlug es gar bis ins westfälische Warendorf, wo sie im deutschen Pferdeleistungszentrum als Bereiterin auch auf geballte nationale und internationale Reiterprominenz trifft.

Gut ein Drittel der Praktikanten, und damit weit mehr als noch vor wenigen Jahren, bevorzugt das Handwerk, unter ihnen auch eine Reihe von Mädchen, bei denen ansonsten aber der Beruf der Erzieherin weiterhin ganz oben steht. Zwei von den 14 Praktikumsplätzen in den Kindergärten der Umgebung nehmen erstmals Jungen ein. Stellen in Büro und Verwaltung sind ebenfalls sehr begehrt, aber auch für kreative Dienstleistungen wie Grafik, Mediengestaltung, Architektur oder Fotografie fanden sich Interessenten.

Bei den Besuchen durch die betreuenden Lehrer äußerten sich fast alle Schülerinnen und Schüler begeistert über die Aufnahme und Betreuung durch die Mitarbeiter sowie über ihr in der Regel mehrfach wechselndes Einsatzfeld, wenngleich sich einige überrascht zeigten vom gelegentlich sehr frühen Arbeitsbeginn oder dass man sie zu bis zu 70 km von Löningen entfernten Baustellen mitnahm.

Alle genießen die Abwechslung vom Schulalltag, auch wenn sich nach dem ungewohnt langen bzw. anstrengenden Arbeitstag nicht wenige „echt geschlaucht und müde“ fühlen.

Aber auch auf Seiten der Praktikumsbetriebe ist man zumeist sehr angetan vom Einsatzwillen und Interesse der Praktikanten. Gelobt wurden besonders Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit sowie selbständiges Arbeiten nach kurzer Anleitung, alles „Dinge, die heute nicht mehr selbstverständlich sind“, hieß es nicht selten von Betreuerseite. 

Das insgesamt dreiwöchige Praktikum endet am kommenden Freitag. Nach den Osterferien werden die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen dann im Fach Wirtschaft ausgetauscht und ausgewertet.

1 (Foto Jens Lüken)

Marvin Lüken schneidet mit einer speziellen Hebelschere Führungsschienen für Steuerungskästen, die für den asiatischen Markt bestimmt sind. (epm-Elektrotechnik, Löningen)

2a (ro)

Mädchen im „Männerberuf“: Sally Overlander hilft bei Pflasterarbeiten rund um die neue Skaterbahn-Anlage in Cloppenburg (Landschaftsbau Stegemann, Löningen