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Geschichte der St.-Ludgeri-Schule

Siebenmal das Schulgebäude gewechselt

Nachdem die seit dem Mittelalter bekannten „Lateinschulen“ mit der ab­neh­menden Bedeutung der lateinischen Sprache zu existieren aufgehört hatten, traten um die Mitte des 19. Jahrhunderts Rektoratsschulen an ihre Stelle, um begabte Schüler auf den Besuch des Gymnasiums vor­zubereiten.

Im Privatzimmer des Apothekers

Eine der ersten Schulen dieser Form wurde auf Initiative des Apothekers Hermann König im Jahre 1850 in Löningen ein­gerichtet. Der Geistliche Heri­bert Schulte unter­richtete neun Schüler, um ihnen den Übergang zur Unter­tertia eines Gymna­siums zu ermöglichen. Der Unterricht fand im ersten Jahr in einem Privatzimmer des Apothekers König in der Langenstraße statt. Das Jahr 1850 wird als Geburtsjahr der heutigen St.-Ludgeri-Schule angesehen.

In der Wohnung des Tierarztes

Zu Beginn des neuen Schuljahres 1851 waren die Anmeldungen schon so zahl­reich, dass ein größerer Unterrichtsraum benötigt wurde. In der Wohnung des Tierarztes Holters in der Mühlenstraße, dem späteren Haus des Klemp­nermeis­ters Zöpfgen, mietete Rektor Schulte daraufhin ein geräumigeres Zimmer für seine Unterrichtsarbeit.

Mit Vikar Holzenkamp (1862 – 1868) begann ein stetiger Ausbau der jungen Bildungseinrichtung. Dieser sorgte auch dafür, dass sein Nach­folger Eduard Schepper aus Münster die Schule mit festem Gehalt und mit zwei Kollegen hauptamtlich übernehmen konnte. Diesem folgte Rektor Lepers (1871 – 1884).

In der Küsterwohnung

Unter Vikar Holzhaus, in dessen Schule laut Visitationsprotokollen „gute Ordnung und Disziplin herrschte“, erfolgte in den neun­ziger Jahren ein weite­rer Umzug aus Platz­gründen, da ein ge­ordneter Unterricht in dem vorhande­nen Schulraum in der Mühlenstraße nicht mehr aufrecht er­halten werden konnte. Da kein geeignetes Schul­gebäude zur Verfügung stand, mussten vorläufig die Räumlichkeiten im Hause des Küsters Prox in der Langenstraße als Unterkunft für alle drei bis vier Klassen mit ins­gesamt 33 Schülern dienen. Prox war neben seiner kirchlichen Tätigkeit als zweite Lehrkraft an der nach wie vor privat geführten Schule tätig.

1899 trat Rektor Holzhaus aus der Schulleitung zurück, um sich ganz der Seelsorge in Löningen zu widmen. Es folgte für fünf Jahre Rektor Sonntag, der wegen einer schweren Krankheit ausscheiden musste. Der nächste Geist­liche, Rektor Kohlhoff, bat schon nach einem Jahr um Ab­lösung. Ihn be­wogen die schlechter gewordenen wirtschaftlichen Ver­hältnisse zu diesem Schritt. Sein Nachfolger Bruns (1905 – 1917) amtierte dagegen mit 12 Jahren ungewöhnlich lange, er bemühte sich mit großem Einsatz um die Erhaltung der Schule und ihre Weiter­entwicklung.

Im Hotel zum Palmberg

Im Jahre 1907 schienen die Raumprobleme, unter denen die Schule von Beginn an gelitten hatte, mit einem Schlage auf lange Sicht gelöst. Der Be­sitzer des Hotels zum Palmberg, Braue­reidirektor Franz Bartels, gab den Be­trieb auf und verkaufte das ansehnliche Gebäude an Vikar Holz­haus. Dieser richtete dort ein Internat ein und die Rektoratsschule erhielt drei geräumige Klassenzimmer, wodurch endlich die Voraussetzungen für einen regulären Vormittagsunterricht geschaffen waren.

Notunterkunft beim Schlachtermeister

Der Erwerb des Hotelgebäudes zog schon bald nicht mehr tragbare finan­zielle Belastungen nach sich, und so ging das in guter Absicht, aber vielleicht mit zu hohen Erwartungen gekaufte Gebäude im Jahre 1911 in den Besitz von Peter Willen über, der sich entschloss, den Hotelbetrieb wieder aufzu­nehmen.

Manch einer hatte diese Entwicklung wohl auch kommen sehen, jeden­falls befasste sich die Gemeinde bereits seit einiger Zeit mit der end­gültigen Lösung der Raumfrage und setzte Vorbereitungen für einen Neubau in Gang. Bis zur Fertigstellung zog die Schule übergangsweise in das Haus des Schlachtermeisters Willen um. Die Aussicht auf das erste eigene Schul­gebäude machte es leichter, sich für ein halbes Jahr mit einer eher proviso­rischen Unterkunft abfinden zu müssen.

Höhere Bürgerschule an der Mühlenstraße

Mit dem Bezug des ersten gemeindeeigenen Schul­hauses in der Mühlen­straße, wo vier gut ein­gerichtete Klassen zur Verfügung standen, war die Platzfrage zu aller Zufriedenheit gelöst worden. Der Visitations­bericht aus dem Jahre 1922 bescheinigte der Löninger Rektoratsschule ausdrücklich „die wohl besten Unterrichtsräume von allen münsterländi­schen Höheren Schulen“ zu besitzen.

Dennoch stand auch die neue Rektoratsschule auf unsicheren Füßen. Das Risiko der privaten Trägerschaft war nach wie vor groß, und erst Rektor Bruns gelang es, die Gemeinde in echter Weise zu engagieren, auch wenn es erst sechs Jahre nach seiner Abdankung, am 17. Januar 1923, zur ein­stimmigen Umwandlung der Rektoratsschule in eine Ge­meindeschule durch den wenige Monate zuvor noch recht unentschlos­senen Gemeinderat kam. Die Bildungsstätte erhielt den Status einer „Höheren Bürgerschule“.

Die Jahre nach Rektor Bruns waren von raschen Amtswechseln gekenn­zeichnet, bis im Jahre 1924 mit der Ernennung des Geistlichen Uptmoor eine Phase der Konsolidierung eintrat. Da mittlerweile Lehrer von der Gemeinde auf Lebenszeit angestellt wurden, gab es nur wenige Ver­änderungen im Lehrkörper, was zur positiven Kontinuität in der pädago­gischen Arbeit und Zielsetzung beitrug.

Als Zubringer zum Gymnasium gegründet, führte die neue Bürgerschule über einen „zweiten Bildungsweg“ seit 1929 auch gleichzeitig zur Mitt­leren Reife, ein Zweig, der allerdings zunächst nicht die erwartete Reso­nanz fand. In der Zeit der großen Wirtschaftskrise geriet die Schule, als die Schülerzahl um über die Hälfte (von 101 auf 41) zurückgegangen war, in existenzielle Pro­bleme.

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten blieb nicht ohne Auswir­kungen auf die Schule. Der damalige Schulleiter Beckmann wurde nach vierjähriger Amtszeit 1935 zum Rücktritt gezwungen, da ein geist­licher Leiter nicht mehr tragbar war.

 

Oberschule und Mittelschule für Jungen

Mit Studienassessor Clemens Woltermann besetzte erstmals ein Laie die Rektorstelle.

Im Jahre 1939 wurde die Schule um zwei Klassenzimmer erweitert, da man angewiesen wurde, auch Mädchen aufzunehmen. Gleichzeitig ent­standen ein Physikraum, zwei Lehrmittelräume, eine Bibliothek, sowie Lehrer- und Direk­torzimmer. Paradoxerweise erhielt die Schule nun den Namen „Oberschule für Jungen“, obwohl sie auch von Mädchen besucht wurde. Diese Oberschule war eine reine Zubringerschule zum Gymna­sium (Progymnasium) mit den Klassen Sexta bis Obertertia (1-5), da nun die Koordination mit einem Mittel­schulzug nicht mehr gestattet war.

In der Kriegszeit ließ sich der Unterrichtsbetrieb nur mit Mühe aufrecht­erhal­ten. Die katastrophale Situation nach Einberufung der meisten Lehrer wird besonders daran deutlich, dass seit 1942 sogar Ordens­schwestern wieder unterrichten durften.

Die Phase des Wiederaufbaus fand unter Rektor Franz Fortmann (1947 – 1955) statt. Im Jahre 1950 konnte die wahrscheinlich älteste Bildungs­ein­richtung im Oldenburger Land das Jubiläum zum 100-jährigen Be­stehen feiern. Sie erhielt den Namen St.-Ludgeri-Schule. Der heraus­gegebenen Chronik ist zu entnehmen, dass im Jubiläumsjahr 177 Schüler angemeldet waren. Der Stoffplan entsprach dem einer Ober­schule. Durch verstärkten Unterricht in Griechisch und Latein fanden die Schüler nach Klasse 9 sogar Anschluss an das humanistische Gymna­sium. Nur die Klasse 10 wurde als reine Mittelschulklasse geführt. Zahlenmäßig fand auch zu dieser Zeit der gymnasiale Aufbauzug weit größeren Zuspruch als der Mittelschulzweig.

Seit 1955 leitete Oberstudienrat Theo Sitterberg, der dem Kollegium bereits seit 1937 angehört hatte, die Schule. In seine 18-jährige Amtszeit fielen große bauliche und strukturelle Veränderungen.

Neben dem Ausbau der Fachräume sowie deren Ausstattung mit fach­spezi­fischen Lehr- und Lernmitteln trieb der neue Schulleiter besonders den Bau der Turnhalle am Stockamp voran, durch deren Fertigstellung im Jahre 1957 erstmals ein ge­regelter Sport­unterricht ermög­licht wurde.

Mit Einführung des Gymnasiums im Jahre 1965 war für die Schule auch die Frage der pädagogisch wie schulorganisatorisch schwierigen Ko­ordination von Mittelschule und/oder Oberschule durch den Aufbau einer klaren, drei­gliedrigen Schulkonzeption beendet.

Der Sankt-Ludgeri-Schule brachte die Neuordnung die Umwandlung in eine „Realschule für Jungen und Mädchen“ – und damit wieder neue Raumpro­bleme. Denn durch die Auflösung der bisher von den Schwes­tern ULF ge­führten Privaten Mädchenmittelschule und die damit ver­bundene Übernahme aller Schülerinnen stieg die Schülerzahl sprunghaft von 170 auf 294 an.

Am Alten Postweg

Die Anmietung von Räumen im Gebäude der alten Mädchenmittelschule konnte die Raummisere nicht im Entferntesten lösen. So beschloss im April des Jahres 1968 der Löninger Gemeinderat den Neubau einer doppelzügigen Real­schule am Alten Postweg, die am 12. Februar 1970 feierlich eingeweiht werden konnte.

Im Jahre 1973 übergab Theo Sitterberg sein Amt an Bernhard Beintken aus Elisabethfehn. Der Name des Pädagogen für Mathematik und Katholische Religion bleibt mit der jüngeren Schulentwicklung eng verbunden, konnte er doch bei seiner Verabschiedung in den wohlverdienten Ruhestand im Juni 2002 auf eine 29-jährige erfolgreiche Schulleitertätigkeit zurückblicken, die weitaus längste in der gesamten Schulgeschichte überhaupt.

In die Amtszeit Beintkens fielen nicht nur das im Jahre 2000 groß gefeierte 150-jährige Jubiläum der Realschule, aus dessen Anlass vom Kollegium eine umfassende Chronik herausgegeben wurde, sondern auch zahlreiche äußere und innere Veränderungen. Nach Einführung der Orientierungsstufe für die Klassen 5 und 6 im Schuljahr 1974/75 wurden an der Realschule nur noch vier Schuljahrgänge unterrichtet. Eine weitere Abnahme der Schülerzahlen ergab sich durch die Einrichtung von Realschulzügen in Essen, Lastrup und Lindern. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der Realschule unterrichteten über mehrere Jahre ganz oder mit einigen Stunden an der Orientierungsstufe Löningen, die später den Namen Ernst-Henn-Schule er­hielt.

Zu den wesentlichen inhaltlichen Veränderungen an der Realschule gehören unter anderem die Einführung von Wahlpflichtkursen und neuen Technologien im Unterricht sowie die Durchführung von Pro­jekten und Betriebspraktika. Seit 1987 findet ein regelmäßiger Schüler­austausch mit der französischen Partnerschule in Cherbourg statt.

 In den Jahren 1990 und 1991 wurden im Gebäude der Realschule am Alten Postweg die sonntäglichen Gottesdienste abgehalten, da die Löninger Pfarr­kirche in diesem Zeitraum renoviert wurde.

Im Schuljahr 2002/03 wurde die St. – Ludgeri – Schule von der Realschulkon­rektorin Hedwig Knabke kommissarisch geleitet, bevor sie mit Werner Nilles aus Cloppenburg zum Schuljahr 2003/04 einen neuen Rektor erhielt. Der Realschullehrer für Deutsch und Katholische Religion war zuvor Konrektor an der Ernst – Henn – Schule, Orientierungsstufe Löningen.

Nach Schulstrukturreform jetzt an der Linderner Straße

Die zum Schuljahresbeginn 2004/05 in Kraft gesetzte Schulstrukturreform be­inhaltete die Auflösung der Orientierungsstufe und die Rückkehr zum alten drei­gliedrigen Schulsystem. Für die Realschule bedeutete dies eine Vergrößerung um je drei Klassen der Jahr­gänge 5 und 6. Infolge dieser Umstrukturierung stieg die Schülerzahl von gut 300 auf ca. 480 Schüle­rinnen und Schüler.

Wegen der nun fehlenden Räumlichkeiten erfolgte der Umzug in das ehemalige Orientierungsstufengebäude an der Linderner Straße, während die Hauptschule aus dem vom Gymnasium übernommenen „Pilz“ in das bisherige Realschulgebäude am Alten Postweg zog. Auf Nilles folgte im Jahre 2008 Christoph Hesener aus Papenburg als Schulleiter der St.-Ludgeri-Realschule.

Der Verwaltungstrakt mit dem Lehrerzimmer wurde aus dem zweiten Stockwerk in das Erdgeschoss nahe dem Haupteingang verlagert, bevor im August 2004 der Unterricht im neuen Zuhause der durchweg dreizügigen Realschule mit insgesamt 18 Klassen aufgenommen wurde. Das bisherige Lehrerkollegium wurde durch sieben Lehrerinnen und Lehrer der ehemaligen Orientierungsstufe verstärkt. Nach Schulstrukturreform jetzt an der Linderner Straße.

Die zum Schuljahresbeginn 2004/05 in Kraft gesetzte Schulstrukturreform be­inhaltete die Auflösung der Orientierungsstufe und die Rückkehr zum alten drei­gliedrigen Schulsystem. Für die Realschule bedeutete dies eine Vergrößerung um je drei Klassen der Jahr­gänge 5 und 6. Infolge dieser Umstrukturierung stieg die Schülerzahl von gut 300 auf ca. 480 Schüle­rinnen und Schüler.

Wegen der nun fehlenden Räumlichkeiten erfolgte der Umzug in das ehemalige Orientierungsstufengebäude an der Linderner Straße, während die Hauptschule aus dem vom Gymnasium übernommenen „Pilz“ in das bisherige Realschulgebäude am Alten Postweg zog. Auf Nilles folgte im Jahre 2008 Christoph Hesener aus Papenburg als Schulleiter der St.-Ludgeri-Realschule.

Der Verwaltungstrakt mit dem Lehrerzimmer wurde aus dem zweiten Stockwerk in das Erdgeschoss nahe dem Haupteingang verlagert, bevor im August 2004 der Unterricht im neuen Zuhause der durchweg dreizügigen Realschule mit insgesamt 18 Klassen aufgenommen wurde. Das bisherige Lehrerkollegium wurde durch sieben Lehrerinnen und Lehrer der ehemaligen Orientierungsstufe verstärkt.

Nach der Umsetzung des Jubiläums­steines prangt seit Weihnachten 2004 auch der Name der Realschule am jetzi­gen Schulgebäude, dem achten Domizil der Schule seit ihrer Gründung im Jahre 1850.